Survey und 9. Ausgrabungskampagne Sommer 2011

Ausgrabung auf dem Tall Zira'a

Die dreiwöchige Ausgrabung im Sommer 2011 konzentrierte sich auf Areal I im Nord-Westen und Areal II im Norden des Tall Zira'a. Parallel zur Ausgrabung wurde der dritte und letzte Teil des umfassenden Surveys im Wadi al'Arab durchgeführt.

Areal I

Die Ausgrabung im Areal I begann 2003 mit den Zielen die Stratigraphie des Tells zu erforschen, die Art der Befestigungsanlagen der verschiedenen Siedlungsschichten an dieser "verwundbaren Flanke" kennen zu lernen und vor allem auch die Strukturen der Besiedlung und der Handwerksbereiche. Rückblickend in der Chronologie wird klar, dass der Tell praktisch kontinuierlich besiedelt war von der Umayadischen Zeit zurück bis zur mittleren Frühbronzezeit.

Im Zentrum des Areal I erreichte die Grabung im Sommer 2011 das Niveau der Frühbronzezeit III mit einem soliden Wohngebäude.

Im nördlichen Teil von Areal I wurden zwei verschiedene Siedlungsschichten der Mittel- bzw. Spät-Bronzezeit freigelegt. Sie sind unmittelbar benachbart zu dem großen spätbronzezeitlichen Haus mit dem Kieselstein-gepflasterten Hof.

Die Beziehung zwischen den Stadtmauern und dem spätbronzezeitlichen Gebäude wurde nachgewiesen.


Sommer 2011 - Areal I, nördlicher Teil

Areal II

Im Areal II wurde seit 2006 mit Ausnahme von 2010 kontinuierlich ausgegraben. Die Fläche ist im Norden durch einen Steilhang von Natur aus besonders geschützt, daher werden dort administrative oder andere bedeutende Gebäude vermutet.

Ziel der Ausgrabung in Areal II war, die Besiedlung von der Umayyadischen bis zur Hellenistischen Periode zu untersuchen. In der Sommerkampagne 2011 legten wir den Schwerpunkt darauf, die jüngste Siedlungsschicht dieses Areals abzuklären, die in die umayyadische und spätbyzantinische Periode zu datieren ist. Die Grundrisse mehrerer Räume wurden vollständig freigelegt. Diese Räume und größere architektonische Komplexe waren gegen ein älteres, frühbyzantinisches Gebäude gebaut. Die byzantinischen Häuser waren in der umayyadischen Zeit wieder verwendet und in vielen Fällen repariert worden. Die umayyadische Architektur ist an einer speziellen Läufer-Binder-Technik zu erkennen.

Im Süden des Grabungsareals erweiterten einige neu-aufgedeckte Mauern unsere Kentnisse über die älteren, römischen und hellenistischen Siedlungsphasen. Sie unterscheiden sich völlig von den späteren Baustrukturen. Allerdings sind diese Überreste stark gestört durch die gewaltigen Bauaktivitäten der byzantinischen Periode.

Survey im Wadi al-'Arab

Der Survey ist ein integraler Teil des Gadara Region Projects. Während der dritten Saison wurde der großräumige Survey im Hinterland des Tall Zira'a abgeschlossen. Herzstück einer solchen Untersuchung sind die Fragen nach dem Siedlungsmuster, den (Handels-) Beziehungen und der relativen Bedeutung der Orte im Laufe der Zeit. Zusammen mit den Ergebnissen der früheren Surveys können wir nun 201 Ortslagen und Installationen kartieren.

In diesem Jahr wurde die abgeschlossene Inspektion des Tall-Zira'a-Hinterlandes (Zone A) um einen breiten Blick in die Wadi-al-'Arab-Region (Zone B) erweitert. Dazu wurden die wichtigen Ortslagen erneut besucht und per GPS eingemessen. Keramik wurde zu Vergleichszwecken aufgesammelt und der aktuelle Zustand dokumentiert.

Trotz der fortschreitenden Zerstörung der antiken Ortslagen konnten wir an allen Stellen repräsentative Mengen an Keramik sicherstellen, woraus sich ein präziser Überblick über die Geschichte des Wadi ableiten lässt.

Dokumentation und Untersuchung von Funden

Wie jedes Jahr während der Sommerkampagne war auch diesmal die Fundaufarbeitung eine wichtige Aufgabe. Zwei Keramikspezialistinnen bearbeiteten ihr Material, um im nächsten Jahr ihre Dissertationen fertigzustellen.

Ausblick

Nach der Sommerkampagne 2011 bereiten wir uns auf eine längere Publikationsphase vor für die

  • Ergebnisse der Ausgrabungskampagnen auf dem Tall Zira'a (2003 bis 2011)
  • Ergebnisse des Tell-Survey 2001
  • Ergebnisse des Survey im Wadi al-'Arab (2009 bis 2011)

Die Fortsetzung der Grabungsarbeit planen wir für 2015.

Danksagung

Wir danken all den sehr großzügigen Menschen und Institutionen, die unsere Arbeit unterstützen. Besonders der Jordanischen Antikenbehörde für die Grabungserlaubnis, dem Freundeskreis des BAI Wuppertal und der Gerda-Henkel-Stiftung für die langfristige und nachhaltige Ermöglichung unserer erfolgreichen Arbeit am Gadara Region Project.



Stand der Information: 2011

AKTUELLER HINWEIS (2017)

 

Ausführlich werden die Ergebnisse

der Grabungskampagnen von 2003 bis 2011

in der Endpublikation dargestellt.


Projektpartner

Biblisch-Archäologisches Institut Wuppertal   (BAI
Deutsches Evangelisches Institut für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes   (DEI)

mehr >>

Schirmherrschaft

His Royal Highness Prince El Hassan ibn Talal übernimmt als Vertreter des Könighauses die Schirmherrschaft

mehr >>

Freunde und Förderer

  • Gerda Henkel-Stiftung, Wuppertal
  • Deutsches Archäologisches Institut
  • Deutsches Bergbaumuseum Bochum

weitere Förderer >>

Kooperationspartner

Wir arbeiten mit vielen Hochschulen, Instituten und Firmen vertrauensvoll zusammen.

mehr >>