Glasherstellung/-verarbeitung

Für eine lokale Glasverarbeitung spricht, dass Rohglas (z.B. Befund 3421), amorphes und kugelförmiges Glasgranulat (TZ 16622-001), eine sphärische Perle (TZ 7546-001) ohne Loch sowie eine gewickelte Perle mit einem nicht entfernten Tonkern (TZ 1666-001) gefunden wurden.

Auffällig ist eine Vielzahl von Keramikgefäßen („Glasschmelzgefäße“), die bei einer Glasverarbeitung offensichtlich zugegen waren. Gefäße dieser Art werden aufgrund ihrer besonderen Form auch als „Leitfossil“ der Glasherstellung angesehen [1]. Eines davon war mit einer „Tülle“ versehen, um evtl. geschmolzenes Glas (TZ 4291-001; TZ 6402-002) gießen zu können, in anderen lassen sich deutlich Kalkablagerungen nachweisen (z.B. TZ 2843). Zwei wurden in der Nähe eines großen Arbeitssteines gefunden (Befund 1317).

Außerdem wurden noch weitere Arbeitssteine und Mahlkugeln (z.B. TZ 15991; TZ 15994) entdeckt. Hervorzuheben ist ein ganz spezielles zweigeteiltes Keramikgefäß TZ 6835-016 (korbförmig) in Nachbarschaft zu einem großen Arbeitsstein und einem Fayence-Knauf (Befund 4852), in dem sich eine Glasperle und ein Rollsiegel befanden und dessen genaue Funktion z.Zt. noch unklar ist (vielleicht diente es zum Überziehen von Objekten mit Suspensionen zur Fayenceherstellung). Zwei direkt nebeneinander stehende, gut isolierte Öfen (Befund 4100) könnten möglicherweise für die Glasverarbeitung (zum Schmelzen und Abkühlen) verwendet worden sein. In unmittelbarer Nähe der Doppelöfen befand sich eine Arbeitsfläche aus Lehm.

Literatur:
[1] Rehren, T/Pusch, E.: Glas für den Pharao. Glasherstellung in der Spätbronzezeit des Nahen Ostens, in: (Wagner, G. A. (ed.), Einführung in die Archäometrie, Berlin/Heidelberg/New York, 2007, S. 215-235)


Rohglas; Befund 3421 (Eisenzeit II)

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Glasgranulat TZ 16622-001 (amorph + kugelförmig; Eisenzeit I)

 
(Text: Dr. Wolfgang Auge / Fotos: BAI, DEI)


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