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Tall Zira'a > Einzelfunde > Rollsiegel
20.08.2017

 

 

Rollsiegel

Bis zum Frühjahr 2010 wurden auf dem Tall Zira'a 39 Rollsiegel aufgefunden. Die Mehrzahl der Fundstücke bestand aus Quarz(-fritte).

Das außergewöhnlich sorgfältig erbaute, spätbronzezeitliche Gebäude nördlich der Kasemattenmauer („Haus III") konnte vorerst nur in einem kleinen Bereich ausgegraben werden. Die hier aufgefundenen wertvollen Fundstücke lassen an eine besondere Funktion dieses Gebäudes denken: Dazu gehört ein 3 cm hohes, grün glasiertes Rollsiegel aus Quarzfritte. Dort sind zwei Hirsche eingeritzt, die sich voreinander leicht aufbäumen und ihre Köpfe rückwärts wenden. Sie werden durch eine weitere Ritzlinie voneinander getrennt und kehren ihren Rücken einem Flechtband zu. Das Siegel gehört zur Gruppe des sog. ‚Common Style' der Mitanni-Glyptik, die in Jordanien sehr selten ist. Es ist in das 14/13. Jh. v. Chr. zu datieren. Ein ganz ähnliches Siegel, das nur in Details abweicht, wurde in Gezer gefunden.

In geringer Entfernung dazu wurden auf der Begehungsfläche dieses Hauses in einem Bereich von ca. 1,5 m mal 1,5 m weitere 22 Rollsiegel verschiedener Qualität und Gravierung aufgefunden.

Auch aus den Befunden der Eisenzeit IIA stammen einige bemerkenswerte Funde. Dazu zählt ein weiteres Rollsiegel, das in Areal I entdeckt wurde. Es ist 2,4 cm hoch und hat einen Durchmesser von 1 cm. Dargestellt sind zwei voreinander stehende Hirsche mit teilweiser Fusion der Vorderkörper und zurückgewandten Köpfen und ein stehender, nackter Mann, der einen sog. „bouquet tree" hält. Es kann - wie das zuvor beschriebene Siegel - der westlichen Gruppe des ‚Common Style' der Mitanni-Glyptik zugeordnet und in das 14.-13. Jh. v. Chr. datiert werden. Da es in einem Fundkontext der Eisenzeit II gefunden wurde, scheint es sich um ein „Erbstück" zu handeln.

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